Love is the capacity to take care, to protect, to nourish. If you are not capable of generating that kind of energy toward yourself – if you are not capable of taking care of yourself, of nourishing yourself, of protecting yourself – it is very difficult to take care of another person.
Zen Master Thich Nhat Hanh
Übersetzung
Liebe ist die Fähigkeit für sich selbst zu sorgen, sich zu schützen, sich zu nähren. Wenn Du nicht dazu in der Lage bist, diese Art von Energie für Dich selbst zu nutzen - wenn Du nicht fähig bist, für Dich selbst zu sorgen, Dich selbst zu nähren, Dich selbst zu schützen - ist es sehr schwierig für eine andere Person zu sorgen.
Zen Meister Thich Nhat Hanh
Auf der aktuellen Seite von www.plumvillage.org ist dieses Zitat von Thich Nhat Hanh z.Zt. genannt.
Ich möchte dies gerne mit Euch teilen.
Frohe Zeit
Thomas
Montag, 15. Dezember 2008
Montag, 1. Dezember 2008
14 Tage nach der Rückkehr - Nachklangzeit
Liebe Freunde,
ich bin immer noch in Flensburg und grüße Euch ganz herzlich.
12 Tage hat es gedauert, die Nachklangzeit. Heißt die Zeit, die es gebraucht hat, nachzuschwingen und damit auch die Zeit und das Erlebte und Geschehene nachzuerleben, nachklingen zu lassen, zu verarbeiten. In den ganzen 12 Tagen hatte ich es ein wenig schwer. Heißt, ich dachte ich sei nicht produktiv genug, so viele Dinge sind doch zu tun, zu erledigen und vor Allem habe ich mich doch vorzubereiten auf meine Zeit als Goldmann (eigentlich wollte ich nach Münster auf die dortigen Weihnachtsmärkte). Aber es ging nicht.
In den letzten Jahren bin ich immer recht beschäftigt. Die Zeit zwischen den Schwerpunktthemen, z.B. zwischen Pilgern und jetzt Goldmann-Aktion nutze ich für Büroarbeiten, diverse Veranstaltungen etc. etc. (Teils treibt mich auch die Sorge oder die weltliche Notwendigkeit nach genügend Geld dazu)
Diesmal habe ich begriffen, daß ich nicht genügend Zeit eingeplant habe für Nachklang. Es einfach nachschwingen zu lassen. Es fällt mir einfach auch schwer, z.B. 12 Tage planmäßig z.B. einfach "Nichts" zu tun. So hatte sich mein Körper-Seele-System ausgedacht, mich daran zu hindern, viel zu machen. Ich war z.B. teils schlecht gelaunt, Menschen in meiner Nähe waren mir manchmal zu viel, irgendwie viel mir alles (produktive) Tun schwer. Ich habe es mir andererseits auch gut gehen lassen, gekocht - was ich unterwegs nur seltens kann - , geschlemmt, Filme geschaut und dabei teils auch übertrieben. Auf jeden Fall habe ich mir nicht so richtig eingestanden, es auch zu genießen, eine Auszeit, eine Nachklangzeit, zu haben.
Jeder Sportler macht nach einer längeren Trainingsphase ein weiteres Training danach, der Körper wird sonst damit nicht fertig. So ähnlich ging es mir dieses Jahr auch erstmals. Mein Körper hat es mir regelrecht zugerufen, und dann habe ich damit angefangen, ab und zu mal wieder ein oder zwei Stunden einfach bewußt nachzupilgern. Sozusagen auszulaufen.
Bis Samstag, da machte es dann plötzlich "klick" und ich sagte mir, wenn es schon so ist wie es ist, warum es dann nicht genießen, anstatt immer Sorgen zu haben, daß ich nicht gut genug bin und nicht mein Pensum erfülle. Ja, und seitdem geht es mir auch besser.
Das habe ich also jetzt gelernt und möchte es versuchen, beim nächsten Mal besser zu machen. Er ist einfach spannend, dieser Prozeß.
Als Goldmann fahre ich dieses Jahr nicht nach Münster, sondern bleibe hier in Flensburg - und vielleicht setze ich sogar meine Engelsflügel auf.
Meine Erfahrungen oder Wünsche, was das Pilgern bewirken soll, werden überarbeitet und erneuert. Dies ist weiterhin ein laufender Prozeß. Ich frage mich, muß ich einen äußeren Erfolg aufweisen. Müssen mich Menschen verstehen, was ich mit der Pilgerschaft bewirken möchte? Muß ich es selbst verstehen? Auf jeden Fall stelle ich fest, es geht tiefer, es erreicht eine tiefere Ebene, ein Verstehen, das teils nicht mehr in Worte zu fassen ist oder in Worte gefaßt werden will. Es ist gut, diese Ebene. Es geht so weit, daß ich darüber nachgedacht habe, ob ich weiterhin meine Eindrücke schildern soll oder ob dies unwichtig ist.
Die ganze Pilgerschaft ist dem Oberbegriff "Frieden" gewidmet. Auf allen Ebenen. Doch frage ich mich, braucht es einen Begriff. Hindert nicht ein Begriff wie "Frieden" die Offenheit, für alles zu gehen, auch wenn der Begriff "Frieden" es einigermaßen trifft. Hindert nicht der Begriff, oder überhaupt irgendein Begriff, es ganz dem Göttlichen zu überlassen, für was ich da durch Deutschland und unsere Nachbarländer gehe? Muß ich überhaupt wissen, für was ich da gehe?
Und ich mache mir Gedanken über die strukturelle Forsetzung. Ist es nicht sinnvoller, die nächsten 2 Jahre die Strecke fortzusetzen, heißt entlang der Grenzen, diese kreuzend, das ganze Land zu umrunden und freundschaftliche Verwebungen mit unseren Nachbarstaaten zu knüpfen..... Dann könnte ich mich abschließend dazu um das Projekt Buch kümmern und in 2011 die zusätzlichen Wegen gehen, die noch gegangen werden wollen. Speziell würde die zusätzliche Polenpilgerung auch auf 2011 verschoben. In gewisser Weise macht dies einen Sinn. Noch im Prozeß! Smile
Widmung! Diese Pilgerschaft, diese Wanderung, dieses achtsame Gehen widme ich Deutschland und all seinen Nachbarstaaten und der Welt. Dieses Projekt widme ich den Menschen, die in der Gegend wohnen, durch die ich gehe. Dieses Projekt widme ich allen Menschen in diesen Ländern und auf dieser wunderbaren Erde.
Erst vor ein paar Tagen, als ich das erste mal dachte, ich sollte dieses "widmen" auch so benennen, kam es mir etwas komisch vor, es auch den Deutschen, Deutschland zu widmen. Ich kann immer gerne etwas für Andere tun, ich liebe es, doch diesem deutschen Land eine Pilgerschaft zu widmen, löste ein merkwürdiges Gefühl aus. Ein Gefühl was verbunden war mit Hemmung, uns Deutschen so etwas Tolles zu gönnen. Da war so ein Rest von alter Energie, die ich von der Zeit noch so gut kenne, als ich so viele Gefühle über die deutsche Schuld hatte, diese Kraft der Schuld, die über diesem Land und seiner Vergangenheit lag, es so deutlich spüren konnte in mir. Mein ganzes Leben lang hab ich unter dieser alten Schuldlast gelitten, weil ich sie als Schwere wahrgenommen habe, die wir Deutschen mit uns rumtragen, als Volk. Seit etwa 4, 5 Jahren hat sich das mehr und mehr gelöst. Trotzdem tauchte da noch mal diese Erinnerung auf. Ich kann es jetzt so nennen und freue mich riesig darüber: Ich widme diese Pilgerschaft jedem Einzelnen und dem gesamten Volk in diesem wundervollen, wunderschönen Land mit so vielen wundervollen Menschen, mit so einer wundervollen, wunderschönen Natur und und und. Und ich widme es jedem einzelnen Land und seinen Völkern, durch das ich gehe und den Menschen in diesen Ländern, Dänemark und den Dänen, Polen und den Polen, Tschechien und den Tschechen, der Niederlande und den Niederländern, Belgien und den Belgiern, Luxemburg und den Luxenburgern, Frankreich und den Franzosen, der Schweiz und den Schweizern, und Östereich und den Östereichern.
Herzvolle Grüße
Thomas
ich bin immer noch in Flensburg und grüße Euch ganz herzlich.
12 Tage hat es gedauert, die Nachklangzeit. Heißt die Zeit, die es gebraucht hat, nachzuschwingen und damit auch die Zeit und das Erlebte und Geschehene nachzuerleben, nachklingen zu lassen, zu verarbeiten. In den ganzen 12 Tagen hatte ich es ein wenig schwer. Heißt, ich dachte ich sei nicht produktiv genug, so viele Dinge sind doch zu tun, zu erledigen und vor Allem habe ich mich doch vorzubereiten auf meine Zeit als Goldmann (eigentlich wollte ich nach Münster auf die dortigen Weihnachtsmärkte). Aber es ging nicht.
In den letzten Jahren bin ich immer recht beschäftigt. Die Zeit zwischen den Schwerpunktthemen, z.B. zwischen Pilgern und jetzt Goldmann-Aktion nutze ich für Büroarbeiten, diverse Veranstaltungen etc. etc. (Teils treibt mich auch die Sorge oder die weltliche Notwendigkeit nach genügend Geld dazu)
Diesmal habe ich begriffen, daß ich nicht genügend Zeit eingeplant habe für Nachklang. Es einfach nachschwingen zu lassen. Es fällt mir einfach auch schwer, z.B. 12 Tage planmäßig z.B. einfach "Nichts" zu tun. So hatte sich mein Körper-Seele-System ausgedacht, mich daran zu hindern, viel zu machen. Ich war z.B. teils schlecht gelaunt, Menschen in meiner Nähe waren mir manchmal zu viel, irgendwie viel mir alles (produktive) Tun schwer. Ich habe es mir andererseits auch gut gehen lassen, gekocht - was ich unterwegs nur seltens kann - , geschlemmt, Filme geschaut und dabei teils auch übertrieben. Auf jeden Fall habe ich mir nicht so richtig eingestanden, es auch zu genießen, eine Auszeit, eine Nachklangzeit, zu haben.
Jeder Sportler macht nach einer längeren Trainingsphase ein weiteres Training danach, der Körper wird sonst damit nicht fertig. So ähnlich ging es mir dieses Jahr auch erstmals. Mein Körper hat es mir regelrecht zugerufen, und dann habe ich damit angefangen, ab und zu mal wieder ein oder zwei Stunden einfach bewußt nachzupilgern. Sozusagen auszulaufen.
Bis Samstag, da machte es dann plötzlich "klick" und ich sagte mir, wenn es schon so ist wie es ist, warum es dann nicht genießen, anstatt immer Sorgen zu haben, daß ich nicht gut genug bin und nicht mein Pensum erfülle. Ja, und seitdem geht es mir auch besser.
Das habe ich also jetzt gelernt und möchte es versuchen, beim nächsten Mal besser zu machen. Er ist einfach spannend, dieser Prozeß.
Als Goldmann fahre ich dieses Jahr nicht nach Münster, sondern bleibe hier in Flensburg - und vielleicht setze ich sogar meine Engelsflügel auf.
Meine Erfahrungen oder Wünsche, was das Pilgern bewirken soll, werden überarbeitet und erneuert. Dies ist weiterhin ein laufender Prozeß. Ich frage mich, muß ich einen äußeren Erfolg aufweisen. Müssen mich Menschen verstehen, was ich mit der Pilgerschaft bewirken möchte? Muß ich es selbst verstehen? Auf jeden Fall stelle ich fest, es geht tiefer, es erreicht eine tiefere Ebene, ein Verstehen, das teils nicht mehr in Worte zu fassen ist oder in Worte gefaßt werden will. Es ist gut, diese Ebene. Es geht so weit, daß ich darüber nachgedacht habe, ob ich weiterhin meine Eindrücke schildern soll oder ob dies unwichtig ist.
Die ganze Pilgerschaft ist dem Oberbegriff "Frieden" gewidmet. Auf allen Ebenen. Doch frage ich mich, braucht es einen Begriff. Hindert nicht ein Begriff wie "Frieden" die Offenheit, für alles zu gehen, auch wenn der Begriff "Frieden" es einigermaßen trifft. Hindert nicht der Begriff, oder überhaupt irgendein Begriff, es ganz dem Göttlichen zu überlassen, für was ich da durch Deutschland und unsere Nachbarländer gehe? Muß ich überhaupt wissen, für was ich da gehe?
Und ich mache mir Gedanken über die strukturelle Forsetzung. Ist es nicht sinnvoller, die nächsten 2 Jahre die Strecke fortzusetzen, heißt entlang der Grenzen, diese kreuzend, das ganze Land zu umrunden und freundschaftliche Verwebungen mit unseren Nachbarstaaten zu knüpfen..... Dann könnte ich mich abschließend dazu um das Projekt Buch kümmern und in 2011 die zusätzlichen Wegen gehen, die noch gegangen werden wollen. Speziell würde die zusätzliche Polenpilgerung auch auf 2011 verschoben. In gewisser Weise macht dies einen Sinn. Noch im Prozeß! Smile
Widmung! Diese Pilgerschaft, diese Wanderung, dieses achtsame Gehen widme ich Deutschland und all seinen Nachbarstaaten und der Welt. Dieses Projekt widme ich den Menschen, die in der Gegend wohnen, durch die ich gehe. Dieses Projekt widme ich allen Menschen in diesen Ländern und auf dieser wunderbaren Erde.
Erst vor ein paar Tagen, als ich das erste mal dachte, ich sollte dieses "widmen" auch so benennen, kam es mir etwas komisch vor, es auch den Deutschen, Deutschland zu widmen. Ich kann immer gerne etwas für Andere tun, ich liebe es, doch diesem deutschen Land eine Pilgerschaft zu widmen, löste ein merkwürdiges Gefühl aus. Ein Gefühl was verbunden war mit Hemmung, uns Deutschen so etwas Tolles zu gönnen. Da war so ein Rest von alter Energie, die ich von der Zeit noch so gut kenne, als ich so viele Gefühle über die deutsche Schuld hatte, diese Kraft der Schuld, die über diesem Land und seiner Vergangenheit lag, es so deutlich spüren konnte in mir. Mein ganzes Leben lang hab ich unter dieser alten Schuldlast gelitten, weil ich sie als Schwere wahrgenommen habe, die wir Deutschen mit uns rumtragen, als Volk. Seit etwa 4, 5 Jahren hat sich das mehr und mehr gelöst. Trotzdem tauchte da noch mal diese Erinnerung auf. Ich kann es jetzt so nennen und freue mich riesig darüber: Ich widme diese Pilgerschaft jedem Einzelnen und dem gesamten Volk in diesem wundervollen, wunderschönen Land mit so vielen wundervollen Menschen, mit so einer wundervollen, wunderschönen Natur und und und. Und ich widme es jedem einzelnen Land und seinen Völkern, durch das ich gehe und den Menschen in diesen Ländern, Dänemark und den Dänen, Polen und den Polen, Tschechien und den Tschechen, der Niederlande und den Niederländern, Belgien und den Belgiern, Luxemburg und den Luxenburgern, Frankreich und den Franzosen, der Schweiz und den Schweizern, und Östereich und den Östereichern.
Herzvolle Grüße
Thomas
Montag, 17. November 2008
Wieder daheim
Ich bin wieder in Flensburg angekommen, froh und glücklich, daß ich diese Reise machen durfte, daß ich diese Pilgerzeit hatte, daß alles gut verlaufen ist, es Spaß gemacht hat, all diese Wege zu gehen.
Es ist das 2. Jahr der Friedenspilgerschaft durch Deutschland und alle Nachbarländer - möchte mir angewöhnen, nicht mehr so oft "durch alle angrenzenden Länder" sagen.
Allen UnterstützerInnen möchte ich herzlich danken, die dieses Projekt mittragen.
608 km bei dieser Herbstetappe, etwa 2.690 km bin ich bisher insgeamt in den 2 Jahren gelaufen. Und ich bin noch nicht bei der Hälfte angekommen.
Bei dieser Etappe habe ich viele Menschen getroffen, die nicht an der Oberfläche oder in der Tiefe verstanden haben, was ich da tue. Ein gutes Trainingsfeld für mich, mich dadurch nicht irritieren zu lassen.
Bin sehr zufrieden mit meinem 2. von 5 Ausbildungsjahren, den Erkenntnisssen und dem Tun.
Es geht weiter step by step und insgesamt mit steppps
Eurer
Thomas
Es ist das 2. Jahr der Friedenspilgerschaft durch Deutschland und alle Nachbarländer - möchte mir angewöhnen, nicht mehr so oft "durch alle angrenzenden Länder" sagen.
Allen UnterstützerInnen möchte ich herzlich danken, die dieses Projekt mittragen.
608 km bei dieser Herbstetappe, etwa 2.690 km bin ich bisher insgeamt in den 2 Jahren gelaufen. Und ich bin noch nicht bei der Hälfte angekommen.
Bei dieser Etappe habe ich viele Menschen getroffen, die nicht an der Oberfläche oder in der Tiefe verstanden haben, was ich da tue. Ein gutes Trainingsfeld für mich, mich dadurch nicht irritieren zu lassen.
Bin sehr zufrieden mit meinem 2. von 5 Ausbildungsjahren, den Erkenntnisssen und dem Tun.
Es geht weiter step by step und insgesamt mit steppps
Eurer
Thomas
Abschluß
11.11.
Göttingen - Seeburg - Bernshausen
12.11.
Bernshausen - Obernfeld - Hilkerode - Kolonnenweg - Silkerode
13.11.
Silkerode - Kolonnenweg - Bartolfelde - Steina - Bad Sachsa - Wieda
14.11.
Wieda - Braunlage - kurzes Stück Kolonnenweg - Schierke
15.11.
Schierke - Brocken 1142m - Kolonnenweg - Bad Harzburg
16.11.
Rückreise mit der Bahn nach Flensburg
Bis Silkerode hielt noch meine Glücksträhne mit Einladungen, kostenlosen Unterkünften, bei lieben Menschen an. Dann wieder preiswerte Pensionen, Jugendherberge, etc.
Der letzte Tag führte mich im Harz über den Brocken (1142m) und hinab nach Bad Harzburg. Im Naturpark Oberharz gab es viele Schilder, die die Besucher darauf hinwiesen, auf den Wegen zu bleiben und die soooooo wichtige Natur zu schützen, die aus Gras, Tannen und Steinen bestand. Ich empfand das wie ein Hohn, angesichts der Tatsache, wie wir ansonsten mir der Natur umgehen. Viele meiner Wege - ausgesprochene Wanderwege - verliefen zum großen Teil durch Wald und Flur, aber allerseltenst waren es wirklich reine Wanderwege, sondern Wirtschaftswege für Forstwirtschaft oder Landwirtschaft. Der Wald so gut wie immer ein Nutzwald. Das Land so gut wie immer bewirtschaftet und bepflügt. Wo gibt es schon wirkliche Nur-Natur? Selbst die Tiere, die noch in unserer Natur leben, werden systematisch reduziert oder abgeballert. So viele Hochsitze von Förstern habe ich gesehen, und viel, viel, viel weniger Tiere als zum Beispiel in Polen. Die paar Rehe, die noch übrig sind, die paar Wildscheine die noch übrig sind, die paar Hasen, die noch übrig sind...... An der bayrisch-thüringischen Grenze sind auf dem alten Todesstreifen so viele Hochsitze aufgebaut, daß es ein Leichtes wäre, die deutsch-deutsche Grenze wieder zu bewachen, da fast lückenlos. Das passiert ja auch an manchen Tagen für die Tiere......
Es war ein Nebeltag, mit manchmal ein bischen Sonnenscheinversuchen. Kurz vor dem Gipfel wunderte ich mich über keinen Regenbogen, obwohl die Sonne volle Kanne in die sich öffnenden Nebel/Wolkenschwaden hineinschien.
Oben auf dem Gipfel alles total vernebelt. So bin ich erst mal in eine Imbissstube hinein. Am Eingang begrüßte mich ein Schild "Der Verzehr von Speisen und Getränken ist in unserem Restaurant nicht gestattet." Es gab Pommes Majo, die lecker aussah, lecker schmeckte, aber trotzdem irgendwie etwas merkwürdig roch. Auch der ewig wieder aufsteigende Brockenbesteiger aus der Gegend, der schon über 5500x diese Tour gemacht hatte (stand vor 2 Tagen in der Zeitung) war anwesend und kannte wohl irgendwie fast alle.
Der Brocken ist übrigens der einzige Berg weltweit, dessen Gipfel man aus politischen Gründen nicht besteigen durfte - 28 Jahre lang.
Ich wechselte das Lokal. Neben dem Hoteleingang befand sich ein "Touristensaal". Mir schwante nichts Gutes, aber ich ging trotzdem hinein, wollte noch einen Tee. Ein Schild begrüßte mich "Der Verzehr von Speisen und Getränken ist in unserem Restaurant verboten". Selbstbedienungslokal. Die gläsernen Theken waren so hoch gebaut, daß ich den Eindruck hatte, das Personal wolle sich hinter ihnen verstecken, oder gar einen Schutzwall aufbauen. Die Kassiererinnen machten für mich auch den Eindruck, daß es hier offensichtlich oft nur vor Besteigern des Brocken wimmelt. Eine gewisse Genervtheit konnte ich ihren Blicken und Verhalten entnehmen.
Ich setzte mich mit meinem Tee und schaute so in die Runde. An der ersten Wand entdeckte ich ein Schild "Der Verzehr von Speisen und Getränken ist in unserem Restaurant verboten", ich schwenkte meinen Blick zu einen anderen Wand, die mit den ganzen Fenstern. Zwischen den Fenstern auf jedem Zwischenraum Schilder "Der Verzehr ..... Jetzt packte mich die Wut. Nicht das ich sie ausagieren musste, ich konnte aber deutlich ihr Kraftpotential fühlen. Überall waren diese Schilder...... nirgends konnte ich meinen Blick ruhen lassen, auf etwas Schönem. Die Stühle fand ich noch ganz nett. Holzstühle mit schwarzer Lehne, die eine Aussparung hatte, die mit gutem Willen als Herzen interpretiert werden konnten oder die Form eines Würstchens.
Die Wut blieb.
Auch draußen, es war immer noch supersehr neblig, konnte ich mich kaum orientieren. Superkleine eingezäunte Naturstückchen wurden hier präsentiert, mit Gras und Steinen und mit dem nötigen Schild, doch bitte nicht die wertvolle Natur zu zerstören.
Auf einem Kolonnenweg ging ich den Berg schließlich hinunter.
Ausschließlich nette, freundlich lächelnde oder lachende Menschen grüßten mich.
Nach einer Weile begriff ich, dass diese Schilder zwar alle neu sind, aber letztendlich doch nur darauf hinweisen, was hier alles mal verboten war, selbst das auf den Berg gehen, und irgendwie diese Kraft der Verbote sich energetisch noch zeigt in den jetzt neuen Schildern. Meine steppps gingen mit der Wut.
Nach weiteren 10 km kam ich durch einen sehr schönen Wald mit Buchenbäume - es gab einen Hinweis - die sind schon bis zu 150 Jahren alt und alles ist völlig natürlich - unverändert - der Natur überlassen. Ich konnte es nicht so richtig glauben, aber es gab einige umgefallene Bäume, die vor sich hingammeln durften. Der Weg durch diesen Wald wurde auf jeden Fall 1907 angelegt. An einer Stelle, ein kleiner Wall, aus dem 2 Buchen, erst Richtung Weg herausgewachsen waren, dann steil nach oben, war ich so begeistert über die Schönheit dieser beiden Buchen, das ich vor Freude lachen und glucksen mußte. Auch hatten die eine so schöne Ausstrahlung. Ich setzte mich zwischen die Beiden und hatte ein kleines Picknick mit dem letzten Proviant, was ich noch bei mir hatte. Als ich wieder aufstand - die Buchen hatten mir den letzten Rest der Wut genommen. Ich dankte ihnen und ging.
Göttingen - Seeburg - Bernshausen
12.11.
Bernshausen - Obernfeld - Hilkerode - Kolonnenweg - Silkerode
13.11.
Silkerode - Kolonnenweg - Bartolfelde - Steina - Bad Sachsa - Wieda
14.11.
Wieda - Braunlage - kurzes Stück Kolonnenweg - Schierke
15.11.
Schierke - Brocken 1142m - Kolonnenweg - Bad Harzburg
16.11.
Rückreise mit der Bahn nach Flensburg
Bis Silkerode hielt noch meine Glücksträhne mit Einladungen, kostenlosen Unterkünften, bei lieben Menschen an. Dann wieder preiswerte Pensionen, Jugendherberge, etc.
Der letzte Tag führte mich im Harz über den Brocken (1142m) und hinab nach Bad Harzburg. Im Naturpark Oberharz gab es viele Schilder, die die Besucher darauf hinwiesen, auf den Wegen zu bleiben und die soooooo wichtige Natur zu schützen, die aus Gras, Tannen und Steinen bestand. Ich empfand das wie ein Hohn, angesichts der Tatsache, wie wir ansonsten mir der Natur umgehen. Viele meiner Wege - ausgesprochene Wanderwege - verliefen zum großen Teil durch Wald und Flur, aber allerseltenst waren es wirklich reine Wanderwege, sondern Wirtschaftswege für Forstwirtschaft oder Landwirtschaft. Der Wald so gut wie immer ein Nutzwald. Das Land so gut wie immer bewirtschaftet und bepflügt. Wo gibt es schon wirkliche Nur-Natur? Selbst die Tiere, die noch in unserer Natur leben, werden systematisch reduziert oder abgeballert. So viele Hochsitze von Förstern habe ich gesehen, und viel, viel, viel weniger Tiere als zum Beispiel in Polen. Die paar Rehe, die noch übrig sind, die paar Wildscheine die noch übrig sind, die paar Hasen, die noch übrig sind...... An der bayrisch-thüringischen Grenze sind auf dem alten Todesstreifen so viele Hochsitze aufgebaut, daß es ein Leichtes wäre, die deutsch-deutsche Grenze wieder zu bewachen, da fast lückenlos. Das passiert ja auch an manchen Tagen für die Tiere......
Es war ein Nebeltag, mit manchmal ein bischen Sonnenscheinversuchen. Kurz vor dem Gipfel wunderte ich mich über keinen Regenbogen, obwohl die Sonne volle Kanne in die sich öffnenden Nebel/Wolkenschwaden hineinschien.
Oben auf dem Gipfel alles total vernebelt. So bin ich erst mal in eine Imbissstube hinein. Am Eingang begrüßte mich ein Schild "Der Verzehr von Speisen und Getränken ist in unserem Restaurant nicht gestattet." Es gab Pommes Majo, die lecker aussah, lecker schmeckte, aber trotzdem irgendwie etwas merkwürdig roch. Auch der ewig wieder aufsteigende Brockenbesteiger aus der Gegend, der schon über 5500x diese Tour gemacht hatte (stand vor 2 Tagen in der Zeitung) war anwesend und kannte wohl irgendwie fast alle.
Der Brocken ist übrigens der einzige Berg weltweit, dessen Gipfel man aus politischen Gründen nicht besteigen durfte - 28 Jahre lang.
Ich wechselte das Lokal. Neben dem Hoteleingang befand sich ein "Touristensaal". Mir schwante nichts Gutes, aber ich ging trotzdem hinein, wollte noch einen Tee. Ein Schild begrüßte mich "Der Verzehr von Speisen und Getränken ist in unserem Restaurant verboten". Selbstbedienungslokal. Die gläsernen Theken waren so hoch gebaut, daß ich den Eindruck hatte, das Personal wolle sich hinter ihnen verstecken, oder gar einen Schutzwall aufbauen. Die Kassiererinnen machten für mich auch den Eindruck, daß es hier offensichtlich oft nur vor Besteigern des Brocken wimmelt. Eine gewisse Genervtheit konnte ich ihren Blicken und Verhalten entnehmen.
Ich setzte mich mit meinem Tee und schaute so in die Runde. An der ersten Wand entdeckte ich ein Schild "Der Verzehr von Speisen und Getränken ist in unserem Restaurant verboten", ich schwenkte meinen Blick zu einen anderen Wand, die mit den ganzen Fenstern. Zwischen den Fenstern auf jedem Zwischenraum Schilder "Der Verzehr ..... Jetzt packte mich die Wut. Nicht das ich sie ausagieren musste, ich konnte aber deutlich ihr Kraftpotential fühlen. Überall waren diese Schilder...... nirgends konnte ich meinen Blick ruhen lassen, auf etwas Schönem. Die Stühle fand ich noch ganz nett. Holzstühle mit schwarzer Lehne, die eine Aussparung hatte, die mit gutem Willen als Herzen interpretiert werden konnten oder die Form eines Würstchens.
Die Wut blieb.
Auch draußen, es war immer noch supersehr neblig, konnte ich mich kaum orientieren. Superkleine eingezäunte Naturstückchen wurden hier präsentiert, mit Gras und Steinen und mit dem nötigen Schild, doch bitte nicht die wertvolle Natur zu zerstören.
Auf einem Kolonnenweg ging ich den Berg schließlich hinunter.
Ausschließlich nette, freundlich lächelnde oder lachende Menschen grüßten mich.
Nach einer Weile begriff ich, dass diese Schilder zwar alle neu sind, aber letztendlich doch nur darauf hinweisen, was hier alles mal verboten war, selbst das auf den Berg gehen, und irgendwie diese Kraft der Verbote sich energetisch noch zeigt in den jetzt neuen Schildern. Meine steppps gingen mit der Wut.
Nach weiteren 10 km kam ich durch einen sehr schönen Wald mit Buchenbäume - es gab einen Hinweis - die sind schon bis zu 150 Jahren alt und alles ist völlig natürlich - unverändert - der Natur überlassen. Ich konnte es nicht so richtig glauben, aber es gab einige umgefallene Bäume, die vor sich hingammeln durften. Der Weg durch diesen Wald wurde auf jeden Fall 1907 angelegt. An einer Stelle, ein kleiner Wall, aus dem 2 Buchen, erst Richtung Weg herausgewachsen waren, dann steil nach oben, war ich so begeistert über die Schönheit dieser beiden Buchen, das ich vor Freude lachen und glucksen mußte. Auch hatten die eine so schöne Ausstrahlung. Ich setzte mich zwischen die Beiden und hatte ein kleines Picknick mit dem letzten Proviant, was ich noch bei mir hatte. Als ich wieder aufstand - die Buchen hatten mir den letzten Rest der Wut genommen. Ich dankte ihnen und ging.
Montag, 10. November 2008
Göttingen
10.11.
Hermannrode - Rosdorf - Göttingen
Alles ist irgendwie anders.
Das Wetter hat sich geändert. Es ist nicht mehr neblig und vor allem fast windstill, sondern es weht ein angenehmer, nicht zu kalter und teils kräftiger Herbstwind.
Hab das Gefühl, ich bin wieder in Norddeutschland, mit Verlassen von Hessen und hineinpilgern in Niedersachsen. Natürlich ist es hier noch nicht ganz flach, bin aber fast den ganzen Tag in der Ebene gelauben, entland der Leine.
Wie gestern schon erwähnt, habe ich plötzlich mehrere Übernachtungsmöglichkeiten hintereinander, bei Verwandten, Bekannten, Freunden oder Menschen, die ich gar nicht kenne.
Und es scheint so, daß ich in dieser Woche noch auf dem Brocken im Harz sein werde - und wieder hinunter, als Abschluß der Herbstetappe. Das hätte ich gar nicht für möglich gehalten, als ich in Klingenthal vor etwa 5 Wochen startete.
Grüße an Euch alle
Hermannrode - Rosdorf - Göttingen
Alles ist irgendwie anders.
Das Wetter hat sich geändert. Es ist nicht mehr neblig und vor allem fast windstill, sondern es weht ein angenehmer, nicht zu kalter und teils kräftiger Herbstwind.
Hab das Gefühl, ich bin wieder in Norddeutschland, mit Verlassen von Hessen und hineinpilgern in Niedersachsen. Natürlich ist es hier noch nicht ganz flach, bin aber fast den ganzen Tag in der Ebene gelauben, entland der Leine.
Wie gestern schon erwähnt, habe ich plötzlich mehrere Übernachtungsmöglichkeiten hintereinander, bei Verwandten, Bekannten, Freunden oder Menschen, die ich gar nicht kenne.
Und es scheint so, daß ich in dieser Woche noch auf dem Brocken im Harz sein werde - und wieder hinunter, als Abschluß der Herbstetappe. Das hätte ich gar nicht für möglich gehalten, als ich in Klingenthal vor etwa 5 Wochen startete.
Grüße an Euch alle
Sonntag, 9. November 2008
Gute Aussichten
Bin noch in Hermannsrode. Am Abend hat sich Hilfe bezüglich der Quartierfindung durch Georg, Max und Kathrin eingestellt. So wie ich das auf der bisherigen Route im Herbst gerne schön öfter gehabt hätte, habe ich nun wahrscheinlich schon für die nächsten 3 Nächte ein Quartier über Empfehlung. Toll toll.
Samstag, 8. November 2008
Schnelle Tour
6.11.
Eisenach - Hörschel - entlang dem Kollonnenweg bis nach Ifta - Rittmannshausen - Röhrda
7.11.
Röhrda - Eschwege - Jestädt - Albungen - Kleinvach
8.11.
Kleinvach - Bad Soden-Allendorf - Lindewerra - Kollonnenweg bis Eichenberg - Hermannrode
Aus unerfindlichen Gründen bin ich nun schon 3 Tage hintereinander immer bis lange nach dem Einbrechen der Dunkelheit gelaufen. Heute allerdings mit toller Mondscheinbeleuchtung.
Nur einen kleinen Abschnitt wollte ich von Eisenach bis Ifta laufen, doch dann fing alles an. Schon am frühen Nachmittag wollte ich ein Quartier suchen. Schliesslich landete ich noch viel Prozedere 4 Orte weiter in einer Pension.
Auch in Eschwege fragte ich schon früh am Tag nach einem Quartier, Puppenspiel- und Ausstellungen - alles ausgebucht. Schließlich kam ich 12 km weiter nördlich an der Werra in Kleinvach an.
Heute dann alles mehr oder weniger geplant. Georg aus Hermannrode hatte mich eingeladen, ggf. auch von unterwegs abgeholt, falls ich es nicht bis hierher geschafft hätte.
Alles in Allem bin ich sehr zufrieden. Meinen Füßen, meinem Körper geht es gut.
Vor 2 Tagen in der Dunkelheit auf irgendso einem Radweg, noch 6 km zu gehen, meine Füße meldeten sich schon. Ich sagte so zu mir, "stell Dir doch einfach mal vor, dies wäre Deine letzte Zeit, in der Du laufen könntest und versuch jetzt jeden Schritt zu genießen." Es folgte ein Highlight von achtsamer Zeit - zu untersuchen, wie alles funktioniert - zu fühlen, was schmerzt, und es dabei zu genießen - zu fühlen, wie meine Bewegung funktioniert......
Unterwegs gibt es viele Denkmäler, errichtet von Bürgern, Initiativen, Gemeinden....
zum Thema Wiedervereinigung, Einheit, Vaterland, Freiheit.....
ein paar wirklich schöne habe ich in den letzten Tagen gesehen:
- eins in der Nähe von Ifta, Deutschlands Umrisse aus Stahl, halb noch getrennt in Ost und West, halb schon zusammengewachsen
- einige km weiter ein Baumkreuz. Menschen, Künstler, Wirtschaft, Städte, Thüringen und Hessen haben so ziemlich genau in der Mitte Deutschlands angefangen Baumalleen zu pflanzen, nach Nord und Süd auf dem alten Grenzstreifen, nach Ost und West entlang einer Bundesstraße nach Eisenach und Kassel, vieles ist schon fertig, z.B. der Weg nach Eisenach, doch wird jedes Jahr weitergeplanzt
Die Blätter haben heute so wunderschön ausgesehen. Habe viele aufgesammelt und in meine Geldbörse zum plätten gelegt. Wunderwerke .....
Morgen ist der 9.11. / 19. Jahrestag des Mauerfalls
Herzgrüße
Thomas
Eisenach - Hörschel - entlang dem Kollonnenweg bis nach Ifta - Rittmannshausen - Röhrda
7.11.
Röhrda - Eschwege - Jestädt - Albungen - Kleinvach
8.11.
Kleinvach - Bad Soden-Allendorf - Lindewerra - Kollonnenweg bis Eichenberg - Hermannrode
Aus unerfindlichen Gründen bin ich nun schon 3 Tage hintereinander immer bis lange nach dem Einbrechen der Dunkelheit gelaufen. Heute allerdings mit toller Mondscheinbeleuchtung.
Nur einen kleinen Abschnitt wollte ich von Eisenach bis Ifta laufen, doch dann fing alles an. Schon am frühen Nachmittag wollte ich ein Quartier suchen. Schliesslich landete ich noch viel Prozedere 4 Orte weiter in einer Pension.
Auch in Eschwege fragte ich schon früh am Tag nach einem Quartier, Puppenspiel- und Ausstellungen - alles ausgebucht. Schließlich kam ich 12 km weiter nördlich an der Werra in Kleinvach an.
Heute dann alles mehr oder weniger geplant. Georg aus Hermannrode hatte mich eingeladen, ggf. auch von unterwegs abgeholt, falls ich es nicht bis hierher geschafft hätte.
Alles in Allem bin ich sehr zufrieden. Meinen Füßen, meinem Körper geht es gut.
Vor 2 Tagen in der Dunkelheit auf irgendso einem Radweg, noch 6 km zu gehen, meine Füße meldeten sich schon. Ich sagte so zu mir, "stell Dir doch einfach mal vor, dies wäre Deine letzte Zeit, in der Du laufen könntest und versuch jetzt jeden Schritt zu genießen." Es folgte ein Highlight von achtsamer Zeit - zu untersuchen, wie alles funktioniert - zu fühlen, was schmerzt, und es dabei zu genießen - zu fühlen, wie meine Bewegung funktioniert......
Unterwegs gibt es viele Denkmäler, errichtet von Bürgern, Initiativen, Gemeinden....
zum Thema Wiedervereinigung, Einheit, Vaterland, Freiheit.....
ein paar wirklich schöne habe ich in den letzten Tagen gesehen:
- eins in der Nähe von Ifta, Deutschlands Umrisse aus Stahl, halb noch getrennt in Ost und West, halb schon zusammengewachsen
- einige km weiter ein Baumkreuz. Menschen, Künstler, Wirtschaft, Städte, Thüringen und Hessen haben so ziemlich genau in der Mitte Deutschlands angefangen Baumalleen zu pflanzen, nach Nord und Süd auf dem alten Grenzstreifen, nach Ost und West entlang einer Bundesstraße nach Eisenach und Kassel, vieles ist schon fertig, z.B. der Weg nach Eisenach, doch wird jedes Jahr weitergeplanzt
Die Blätter haben heute so wunderschön ausgesehen. Habe viele aufgesammelt und in meine Geldbörse zum plätten gelegt. Wunderwerke .....
Morgen ist der 9.11. / 19. Jahrestag des Mauerfalls
Herzgrüße
Thomas
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